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Tomaten-Lexikon

ÜBERSICHT DER INHALTE

1. Geschichte und Herkunft der Tomate
2. Sorten und Unterscheidungsmerkmale
3. Aussaat und Anbau von Tomaten
4. Tomaten düngen
5. Tomatenkrankheiten und Mangelerscheinungen
6. Inhaltsstoffe und Nährwert





1. GESCHICHTE UND HERKUNFT DER TOMATE

Die Tomate, botanisch Solanum lycopersicum (vormals auch Lycopersicon lycopersicum bzw. Lycopersicon esculentum), gehört zur Gattung der Nachtschattengewächse (Solanaceae). Ihr werden 13 Arten zugeordnet, die alle im westlichen Südamerika beheimatet sind. Ihr ursprüngliches Verbreitungsgebiet erstreckte sich über Peru, Ecuador und Nordchile, wo auch heute noch die wilden Tomatensorten wachsen, von denen unsere heutigen, gärtnerisch kultivierten Tomaten abstammen. Von ihrem Ursprungsgebiet verbreitete sich die Tomate durch Kultur in alle Länder Süd- und Mittelamerikas. Die größte Vielfalt an kultivierten Sorten findet man in Mittelamerika - dort wurde die Tomate von den Maya und Azteken kultiviert, bevor sie von den ersten Europäern, die die 'Neue Welt' betraten, im frühen 16. Jahrhundert nach Europa gebracht wurde. Im südlich von Mexiko City gelegenen Tehuacán-Tal fand man bei archäologischen Ausgrabungen ca. 2.000-5.000 Jahre alte Tomatensamen. Der deutsche Name 'Tomate' oder das englische 'Tomato' stammen von dem ursprünglich aztekischen Begriff 'xitomatl' ab, was so viel wie 'anschwellen' bedeutet. Das italienische 'pomodoro' wiederum ist ein Hinweis auf die Farbe der ersten Paradeiser, die aus dem fernen Amerika im 16. Jahrhundert zu uns nach Europa kamen: diese 'Goldäpfel' ('pomo d’oro') waren offenbar nicht rot, sondern goldgelb.

Erste Beschreibungen  der Tomatenpflanze tauchten in Europa im 16. Jahrhundert auf: Im Jahr 1544 beschrieb der Italiener Pietro Andrea Matthioli die Pflanze zunächst als „Pomi d'oro“ (Goldener Apfel) und führte 1554 die gleich zu übersetzende lateinische Bezeichnung „Mala aurea“ ein. Er war auch der erste, der die Tomate den Nachtschattengewächsen zuordnete. Man darf aber davon ausgehen, dass die Tomate zunächst von spanischen Entdeckern nach Spanien gebracht wurde und sie sich dann von dort aus weiter verbreitete. Andere frühe Beschreibungen und Zeichnungen stammen von Georg Oelinger (1553), Leonhart Fuchs (1561) und Conrad Gesner (1561). Da zu dieser Zeit noch kein einheitliches System zur wissenschaftlichen Benennung von Pflanzen verwendet wurde, taucht die Tomate unter einer Vielzahl unterschiedlicher Namen in der damaligen Literatur auf, unter anderem „mala peruviana“, „pomi del Peru“ (peruanischer Apfel), „poma aurea“, „pomme d'Amour“, „pomum amoris“ (Liebesapfel) oder auch zusammengesetzte Namen wie „poma amoris fructo luteo“ oder „poma amoris fructo rubro“. Oftmals wurde die Tomate auch als 'Paradiesapfel' bezeichnet - daraus leitete sich später die heute noch in weiten Gegenden Österreichs gebräuchliche Name 'Paradeiser' ab. Der spätere botanische Name 'Lycopersicum' ('lyco' = Wolf, 'persicum' = Pfirsich) geht übrigens auf den Italiener Luigi Anguillara zurück, der die Tomate in einer Schrift des Jahres 1561 einer Pflanze gleichsetzte, die der griechische Gelehrte und Arzt Galenos von Pergamon als 'Wolfspfirsich' bezeichnet hatte.

In England war Patrick Bellows der erste verbriefte Tomatenanbauer, und zwar im Jahr 1554. Nachdem die Tomaten nach England gebracht worden waren, wurden sie dort anfangs hauptsächlich zur Bereitung von Desserts benutzt. Spätestens um 1710 wurden Tomaten bereits in den USA kultiviert. Ein großer Freund der Tomate war der damalige US-Präsident Thomas Jefferson, der auf seinem Anwesen Monticello in Virginia einige Sorten anbaute, darunter offenbar die sehr schmackhafte Sorte 'Persimmon'. Es waren auch Amerikaner, die die Tomate im großen Stil als Konserve vermarkteten, darunter Joseph Campbell, der mit seiner legendären 'Tomato Soup' ab 1897 seinen Siegeszug durch die Lebensmittelgeschäfte antrat. Und schon 1876 erfand Henry John Heinz, Sohn deutscher Auswanderer, sein 'Tomato Ketchup', das heute aus kaum einer Küche mehr wegzudenken ist. Wobei hier erwähnt werden muss, dass das 'Catsup' vermutlich eine asiatische Erfindung gewesen ist - zumindest wurde in China und Indonesien schon früher eine Mischung aus Tomatenpulpe, Essig bzw. Fischsauce und Gewürzen zubereitet.

Während die Tomate anfänglich als giftig angesehen und meist nur zu Zierzwecken angebaut wurde, änderte sich im Laufe des 17. Jahrhunderts die Einstellung der Bevölkerung zum Genuss der Früchte. Die Medizin propagierte immer häufiger den Genuss von Gemüse und machte es so salonfähig. Im Jahre1658 wurde Antonio Latini zum Koch des spanischen Vizekönigs von Neapel ernannt. Das von ihm verfasste Kochbuch für den königlichen Hof enthielt zahlreiche Rezepte mit 'neuweltlichen' Zutaten wie Truthahn, Chili, Schokolade, Mais und Tomaten. Die drei Gerichte, die Tomaten enthalten, werden als 'alla spagnola' (nach spanischer Art) bezeichnet - ein weiteres Indiz dafür, dass die Tomate von Spanien aus ihren Siegeszug durch Europa antrat.

Im 18. und 19. Jahrhundert entwickelte sich die Tomate vor allem in Italien zu einem Grundnahrungsmittel aller Bevölkerungsschichten. Immer häufiger finden sich Beschreibungen der Pflanze, und zahlreiche Rezepte (z.B. aus dem Kochbuch des Benediktinermönchs Vicenzo Corrado aus dem Jahr 1773) belegen die vielfältige Verwendung der Tomate in der Küche. Dies dürfte auch die Zeit gewesen sein, in der die Auslese und Zucht von Tomatensorten nach bestimmten Kriterien begann. Doch nicht nur in Südeuropa, auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz wurden mittlerweile Tomaten angebaut. In der Mitte des 19. Jahrhunderts gab es in Süddeutschland bereits zahlreiche bekannte, in Kultur befindliche Sorten. Mit Beginn des 20. Jahrhunderts begannen große Zuchtbetriebe, Tomaten zu selektionieren und zu hybridisieren. Die erste Hybridsorte kam 1946 auf den Markt - sie hieß 'Single Cross' ('Einfach gekreuzt'). Während im 19. Jahrhundert das Saatgut einer geliebten 'Familiensorte' von Generation zu Generation weitergegeben wurde (die sogenannten 'Heirloom Varieties') und die Eigenschaften der Sorten erhalten blieben, weil die Sorten samenfest waren, ist der Saatgutvermehrung heute fest in der Hand einiger weniger Zuchtbetriebe, die allesamt mit Hilfe von Hybridsorten versuchen, den Markt zu kontrollieren.

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2. SORTEN UND UNTERSCHEIDUNGSMERKMALE

Heute existieren Schätzungen zufolge zwischen 3.000 und 10.000 Tomatensorten weltweit - Tendenz steigend! Neben der eigentlichen Tomate Solanum lycopersicum gibt es einige interessante Arten, die ebenfalls im Garten kultiviert werden können: Solanum cheesmanii beispielsweise ist eine auf den Galapagos-Inseln im Pazifik beheimatete Art, die sehr salztolerant ist und direkt auf den Klippen am Meer oder am Strand gedeiht. Sie bringt eine große Zahl kleiner, gelber Früchte hervor, die reich an Beta-Carotin sind. Sie ist etwas dickschaliger als die meisten unserer Gartentomaten, dafür wenig krankheitsanfällig. Andere Arten der Gattung Lycopersicon sind L. americanum, L. columbianum, L. glandulosum, L. hirsutum, L. peruviana, L. macrocarpum, L. cheesmanii, L.chmielewskii und Lycopersicon pimpinellifolium. Da die Tomate eine recht kreuzungsfreudige Pflanze ist, enstehen laufend neue Sorten - und natürlich kommen jedes Jahr zahlreiche Sorten hinzu, die bewusst von Menschen gezüchtet werden. Bei der Selektion neuer Sorten stehen meist Faktoren wie die Toleranz gegenüber Schädlingen, Krankheiten, Umwelteinflüssen und Pilzbefall im Vordergrund, verbunden mit dem Ziel, möglichst gleichförmige, gleichzeitig abreifende, gleich große und farblich identische Früchte zu erhalten. Transport- und Lagerfähigkeit spielen ebenfalls eine große Rolle. Die daraus resultierende Tendenz, nur noch sogenannte Hybridsorten anzubauen (also Sorten, in denen sich die besten Eigenschaften zweier selektionierter Elternpflanzen vereinen), führt zu einer Verarmung der natürlichen Diversität. Gleichzeitig lassen Geschmack, Vitamin- und Nährstoffgehalt sowie die Fähigkeit zur beliebigen Reproduktion aus eigenem Saatgut (die sog. 'Samenfestigkeit') immer mehr nach. Wir bei Goldberg Gartenschatz legen großen Wert auf die Artenvielfalt und die genetische Diversität - besonders im eigenen Bio-Garten, wo wir selbst entscheiden können, was wir anbauen und ernten wollen. Deshalb bieten wir ausschließlich Saatgut an, das samenfest ist und sich beliebig vermehren lässt.

UNTERSCHEIDUNGSMERKMALE

Bei vielen Gärtnern ist es üblich, Tomatensorten zunächst nach ihrer Wuchsform zu unterscheiden: Es gibt Stabtomaten (indeterminiert wachsend), Buschtomaten (determiniert wachsend) und Ampeltomaten (hängende Tomaten). In zweiter Linie wird nach der Fruchtgröße unterschieden - es gibt Johannisbeer-, Kirsch- und Obst- bzw. Fleischtomaten. Weitere Unterscheidungsmerkmale sind die Farbe und der Reifezeitpunkt. Die Fruchtform spielt meist eher eine untergeordnete Rolle: Ob rund oder abgeflacht, tief gerippt oder herzförmig, birnen- oder flaschenförmig - teilweise unterscheiden sich sogar die Früchte an einer einzigen Pflanze stark voneinander. Und durch natürliche Kreuzung entstehen immer wieder neue Formen und Farben.

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3. AUSSAAT UND ANBAU VON TOMATEN

Tomaten sind heutzutage die am häufigsten angebaute Gartenfrucht. Das hat einerseits vermutlich den Grund, dass Tomaten aus dem eigenen Garten - mehr noch als andere Feld- und Gartenfrüchte bzw. -gemüse - viel besser schmecken als gekaufte aus dem Supermarkt. Zumal die Möglichkeit, Sorten anzubauen, die man im Handel überhaupt nicht erwerben kann, besonders lohnenswert erscheint. Zum Zweiten sind Anzucht und Kultur von Tomatenpflanzen vergleichsweise einfach. Was die klimatischen Bedingungen für die erfolgreiche Tomatenzucht betrifft, so ist die Tomate recht anpassungsfähig und gedeiht in allen Regionen vom Äquator bis zum Polarkreis. Für kühlere Regionen mit kürzeren Vegetationsperioden gibt es besonders gut geeignete, schnellreifende Sorten. Und da sich Tomaten auch frü den Anbau in Töpfen, Kübeln und Kästen eignen, kann man sie sogar auf dem Balkon erfolgreich ziehen. Wer sich vorab über die passenden Sorten für die vorherrschenden klimatischen Bedingungen und Bodenverhältnisse informiert, der wird, sofern er sich an die Grundregeln des Tomatenanbaus hält, auch eine reiche Ernte einfahren.

DIE WICHTIGSTEN REGELN FÜR DEN ERFOLGREICHEN TOMATENANBAU LAUTEN:

  • Tomatenpflanzen immer im Haus vorziehen
  • Aussaat ca. 4-8 Wochen vor dem letzten Frost (Anfang März ist meist ein guter Zeitpunkt)
  • Rechtzeitig pikieren (nach der Ausbildung des 2. Blattpaares)
  • 2-3 Wochen vor dem Umpflanzen ins Freiland die Pflänzchen in einen größeren Topf umsetzen
  • Die Tomaten erst meist Mitte Mai, wenn keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind, auspflanzen!
  • Der Standort sollte dauerhaft warm, sonnig und windgeschützt sein (mind. 8 Stunden Sonne am Tag)
  • Der Boden sollte locker, nährstoffreich und gleichmäßig feucht sein (Staunässe unbedingt vermeiden)
  • Pflanzen gut anbinden und ggf. Seitentriebe ausgeizen (die Triebe aus den Blattachseln abknipsen)
  • Pflanzen bei Bedarf biologisch düngen (z.B. mit Goldberg Gartenschatz Tomatendünger flüssig)
  • Den Boden unter den Pflanzen mit Rasenschnitt o.ä. mulchen und bedeckt halten


Wir haben eine umfangreiche und detaillierte Aussaatanleitung für die Aussat von Tomatensamen erstellt - diese finden Sie hier.


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4. TOMATEN DÜNGEN

Tomaten gehören zu den sogenannten Starkzehrern - sie benötigen viele Nährstoffe für gesunden Wuchs und reiche Ernte. Da sich die Früchte während ihrer Ausbildung an der Pflanze stark mit Nährstoffen anreichern, die die Pflanze über ihr Wurzelwerk oder die Blätter aufnimmt, empfiehlt es sich grundsätzlich, organisch zu düngen und auf synthetische Dünger ganz zu verzichten. Der Boden, auf dem die Pflanzen während der Vegetationsperiode stehen, sollte einige Wochen vor dem Einsetzen der Jungpflanzen gelockert und mit einer großzügigen Gabe Kompost angereichert werden. Auch eine Gabe Holzasche (von unbehandeltem Holz aus dem eigenen Kamin), eine Handvoll Steinmehl und ggf. eine leichte Aufkalkung (bei zu niedrigem pH-Wert bzw. akutem Kalkmangel) fördern die Gesundheit der Pflanzen und den Fruchtansatz.
Nach dem Einsetzen der Jungpflanzen sollte der Boden zunächst nicht gedüngt werden. Eventuell verlangsamen die Pflanzen erstmal ihren Wuchs bzw. stagnieren sogar vollständig im Wachstum; das liegt daran, dass die Pflanzen unterirdisch wachsen, nämlich ihr Wurzelwerk ausbilden auf der Suche nach Nährstoffreserven. Viele Gärtner meinen, das verlangsamte Wachstum läge an Nährstoffmangel. Doch zu diesem Zeitpunkt (innerhalb der ersten zwei Wochen nach dem Einpflanzen) zu düngen, würde den Pflanzen eher schaden als nützen: aus purer Faulheit bilden sie kein ausreichendes Wurzelwerk aus, da sie ja überversorgt sind mit Nahrung. Diese 'Couch Tomatoes' werden später Probleme haben, ihre Früchte mit Nährstoffen zu versorgen, was sich natürlich auf die Fruchtgröße und -qualität auswirkt. Dünger mit hohem Stickstoffanteil verstärken diesen Effekt sogar noch: Die Pflanzen 'schießen ins Kraut', bilden sehr viel Blattmasse aus und kaum Früchte.

Üben Sie sich also lieber in Geduld und warten Sie ca. 2-3 Wochen, bevor Sie ihren Schützlinge das erste mal düngen. Wir empfehlen für die kulturbegleitende Düngung z. B.unseren Goldberg Gartenschatz Tomatendünger flüssig, ein rein biologischer Dünger aus Zuckerrübenvinasse, der einen sehr hohen Calciumanteil hat (ca. 10%). Calcium ist für die Gesundheit von Tomatenpflanzen sehr wichtig: Es fördert die Blattgesundheit, festigt die Schale der Früchte und verhindert Blütenendfäule. Natürlich können Tomatenpflanzen auch mit Brennessel- oder Beinwelljauche gedüngt werden - da diese aber sehr stickstoffhaltig sind, ist bei der Dosierung Vorsicht geboten!

Für einen reichen Fruchtansatz ist eine ausreichende Kaliumversorgung der Pflanzen wichtig. Im Biogarten eignen sich für die Kaliumdüngung vor allem Beinwelljauche, Holzasche (aus unbehandeltem Holz), reifer Kompost, Kaffeesatz und Thomaskali. Letzteres ist ein Mineralstoff, der im Bergbau gewonnen und erst weit transportiert werden muss, bevor er in Ihrem Garten landet - daher ist seine Ökobilanz nicht die beste, wenn man sie mit der von selbst hergestellter Pflanzenjauche oder eigenem Kompost vergleicht.

Die Stickstoffversorgung kann man mit Hilfe von Horngrieß, Hornspäne, Kompost und Brennesseljauche sicherstellen. Wer vegan düngen möchte, sollte auf Produkte aus Hörnern und Hufen lieber verzichten: Nicht unbedingt deshalb, weil sich dort angeblich Schadstoffe wie Medikamentenrückstände ansammeln (bei Horn und Hufen ist das lt. wissenschaftlicher Beiträge zu dem Thema nämlich nicht der Fall), sondern weil man mit der Verwendung von Hornprodukten indirekt die Fleisch- und Schlachtindustrie und damit auch die Massentierhaltung unterstützt. Dies trifft übrigens auch auf den Kauf von Produkten wie Oscorna Animalin zu, das zum Großteil aus Schlachabfällen wie Blut-, Horn- und Knochenmehl usw. besteht. Obwohl diese 'biologische' Düngung prinzipiell nicht schädlich ist, wird sie ein Veganer vermutlich nicht in seinem Garten anwenden wollen. Alle anderen Gärtner können ihre Entscheidung diesbezüglich auf andere Überlegungen gründen (z.B. ethische Aspekte). Selbst hergestellte Brennesseljauche oder Kaffeesatz, der auch ein hervorragender Stickstofflieferant ist, stellt hier eine gute und vor allem preisgünstige Alternative dar.

Tomaten benötigen für einen gesunden Wuchs auch zahlreiche Spurenelemente wie Mangan, Eisen, Calcium und Zink sowie eine ausreichende Menge Kalk und Phosphor im Boden. Die meisten Gartenböden enthalten genügend Nähr- und Hilfsstoffe dieser Art, vor allem, wenn sie regelmäßig mit Kompost gedüngt werden. Denken Sie immer daran: Nur düngen, wenn tatsächlich ein Mangel sichtbar wird (z.B. durch Blattverfärbung)!

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5. TOMATENKRANKHEITEN UND MANGELERSCHEINUNGEN


'Vorbeugen ist besser als bekämpfen' - das ist eine alte Weisheit, die auf die meisten Krankheiten zutrifft. Für die Tomate bedeutet dies: Eine Pflanze, die entsprechend ihrer Bedürfnisse kultiviert und gepflegt wird, entwickelt schon im Jungstadium Schutzmechanismen, die sie vor den meisten Krankheiten und or übermäßigem Schädlingsbefall schützen. Man muss allerdings bedenken, dass die Tomate in unseren Breiten nicht heimisch ist. Sie zählt zwar zu den Neophyten (also zu den Pflanzen, die vom Menschen in Gegenden eingeführt werden, in denen sie nicht heimisch sind), allerdings nur als 'temporärer Neophyt', da sie nicht winterhart ist und ihr Fortbestand nur durch menschliche Hilfe gewährleistet ist. Dies bedeutet, dass wir Bedingungen schaffen müssen, unter denen die Tomate gedeiht. Dazu gehört beispielsweise ein warmer, sonniger Platz mit ausreichender Belüftung, eine zurückhaltende Stickstoffdüngung und ein dauerfeuchter Wurzelballen, der aber nicht nass sein darf (Staunässe führt unweigerlich zum Ende jeder Tomatenpflanze). Im Gegensatz zu den Wurzeln, die einen gleichmäßig feuchten Boden bevorzugen, sollte das Blattwerk der Tomaten immer trocken sein und vor Nässe geschützt werden. Denn einer der todbringendsten Feinde der Tomate ist die Kraut- und Braunfäule (Phytophtora infestans), ein Pilz, der sich bei hoher Luftfeuchtigkeit und/oder nassen Blättern innerhalb kürzester Zeit über einen ganzen Tomatenbestand ausbreiten und ihn vernichten kann. Da die Kraut- und Braunfäule zu den häufigsten auftretenden Tomatenkrankheiten gehört, wollen wir auf ihn als erstes detaillierter eingehen:

KRAUT- UND BRAUNFÄULE

Unter Tomatengärtnern ist die gefürchtetste Krankheit die Kraut- und Braunfäule, hervorgerufen durch einen Pilz mit dem Namen Phytophtora infestans. Die Art gehört zu den Eipilzen und befällt hauptsächlich Vertreter der Nachtschattengewächse, allen voran die Kartoffel. Betroffen sind dabei nicht nur die Blätter, sondern auch die Knollen im Boden. Ebenso wie bei der Kartoffel werden die Früchte durch den Befall ungenießbar. Als der Pilz in den 1840er Jahren aus Nordamerika nach Europa eingeschleppt wurde, sorgte er für große Ernteausfälle. In Irland waren die Konsequenzen für die Landbevölkerung dermaßen verheerend (da sie sich fast ausschließlich von Kartoffeln ernährte), dass die daraus resultierende Hungersnot als 'Great Famine' ('Große Hungersnot') in die Geschichte einging und die Auswanderung vieler Iren nach Amerika auslöste. Hauptwirtspflanze für den Erreger ist wie gesagt die Kartoffelpflanze, von der aus die Sporen mit dem Wind fortgetragen werden und sich dann auf neuen Wirtspflanzen niederlassen. Aus diesem Grund sollte man niemals Tomaten in der Nähe eines Kartoffelackers bzw. beide Pflanzenarten in Mischkultur anbauen. 

Das Schadbild von Phytophtora infestans sind zunächst braune Flecken an den Blättern, die dann von einem weißlichen Belag, dem sogenannten 'Pilzrasen', überzogen werden. Die Blätter neigen zum Einrollen und Kräuseln, werden braun und sterben ab. Oft sieht die Pflanze so aus, als würde sie vertrocknen. Die Stängel werden punktuell schwarz, bis sie schließlich vom Pilz vollständig umschlossen sind und dann absterben. Die Früchte bekommen im weiteren Verlauf der Krankheit ebenfalls braune Flecken, sie fangen an zu schrumpeln und fallen schließlich vom Stängel ab.

Wie kann man Kraut- und Braunfäule an Tomaten verhindern? Da der Erreger benötigt zur Keimung flüssiges Wasser, also beispielsweise Tropfen auf der Oberseite der Blätter. Man kann davon ausgehen, dass eine Pflanze besonders gefährdet ist, wenn sie länger als 10 Stunden nasses Blattwerk hat. Deshalb ist die wichtigste Maßnahme gegen den Erreger das dauerhafte Trockenhalten der Pflanzen durch Regenschutz (Überdachung, Gewächshaus), eine gute Luftzirkulation durch ausreichenden Pflanzabstand und das konsequente Ausgeizen, damit das Blattwerk schneller abtrocknen kann. Zudem sollten die Tomatenpflanzen nur direkt an der Wurzel bewässert werden - keinesfalls sollten die Blätter beim Gießen nass werden. Wichtig: Stangen für das Hochbinden der Tomatenpflanzen sollten aus Metall bestehen - auf hölzernen Stangen oder Bambusstäben kann der Erreger von Saison zu Saison weitergeschleppt werden, da er sich auf organischem Material festsetzt.

Vorbeugend kann man die Abwehrkräfte der Pflanze durch das Spritzen von Schachtelhalmbrühe stärken - die darin enthaltene Kieselsäure festigt das Pflanzengewebe und macht es dem Erreger schwer, in die Oberfläche einzudringen und sich festzusetzen. Auch Auszüge aus Zwiebelschalen oder Spritzbrühen aus Magermilch und Steinmehl werden immer wieder empfohlen - allerdings ist der Wirkungsgrad solcher biologischen Bekämpfungsmittel gering. Ist der Erreger erst einmal gekeimt und der Pilz auf den Blättern sichtbar, kann man fast nichts mehr dagegen unternehmen.

Immer wieder werden neue Tomaten-Hybridsorten angepriesen, die angeblich resistenter sein sollen gegen den Erreger der Kraut- und Braunfäule. Abgesehen davon, dass wir die Aussaat von Hybridsorten aus bereits dargelegten Gründen ablehnen, kann man dazu nur zwei Dinge sagen: Erstens dürfte eine Tomatensorte, die hauptsächlich auf die Resistenz gegen eine bestimmte Krankheit selektioniert und gezüchtet wurde, große Schwächen in anderer Hinsicht haben (z. B. beim Geschmack), und zweitens ist in vielen Feldversuchen festgestellt worden, dass wirklich jede Tomatensorte von den Pilz befallen wird, sofern die Rahmenbedingungen für seine Entwicklung passen. In diesen Feldversuchen wurde auch bestätigt, dass Wildtomatensorten und viele kleinfrüchtige Kirschtomatensorten eine etwas größere Toleranz gegenüber dem Braunfäule-Erreger aufweisen. Wir haben z. B. gute Erfahrungen mit den Sorten 'Texas Wild' und 'Rote Murmel' gemacht. Der wichtigste Schutz vor der Krankheit bleibt jedoch das Verhindern von nassem Blattwerk.


TOMATENWELKE


Die Tomatenwelke ist eine weitere gefährliche Tomatenkrankheit, die durch einen Befall mit dem Bakterium Corynebacterium michiganense hervorgerufen wird. Meistens wir die Krankheit über verunreinigtes Saatgut hervorgerufen, da das Bakterium auf den Samen überdauern kann. Das Schadbild äußerst sich am Anfang durch einige kleine, junge Blatttriebe, die plötzlich welken und absterben. Im Verlauf werden alle Blatttriebe befallen, die Früchte weisen zahlreiche kleine braune, raue Flecken auf, die hellgelb umrandet sind. Die Blüten sind auffallend hellgelb. Schneidet man kranke Triebe und Stängel ab, werden die hellbraun verfärbten Gefäße sichtbar, aus denen zäher Bakterienschleim austritt, der die Leitbahnen der Pflanze verstopft und somit Wasser- und Nährstoffzufuhr in die entsprechenden Pflanzenteile verhindert. Innerhalb kurzer Zeit stirbt die gesamte Pflanze ab. Tritt die Krankheit einmal auf, muss die befallene Pflanze komplett vernichtet werden - sie darf keinesfalls im Garten verbleiben, da sich das Bakterium überall festsetzen kann. Im Erdboden kann das Bakterium auch ohne Wirtspflanze bis zu 3 Jahre überleben! Deshalb sollte man auch unbedingt sämtliches Werkzeug, das mit der befallenen Pflanze in Kontakt war, gründlich reinigen. Folgekulturen müssen an einem anderen Standort angebaut werden, da die Jungpflanzen sonst sofort wieder am Wurzelwerk befallen werden.


BLÜTENENDFÄULE


Die Blütenendfäule tritt relativ häufig auf, kann aber anders als ein Pilz- oder Bakterienbefall gut bekämpft werden. Wichtiger noch als die Nachsorge ist auch hier das Ergreifen vorbeugender Maßnahmen: Durch eine ausreichende Versorgung der Pflanzen mit Kalk und Calcium kann das Entstehen von Blütenendfäule verhindert bzw. minimiert  werden. Sie ist also weniger eine Krankheit als vielmehr eine Mangelerscheinung. Sie äußerst sich in meist eingesunkenen, braunen bis grünschwarzen, runden Flecken um den Blütenansatz der Früchte - also an der Unterseite. Die Flecken vergrößern sich mit der Zeit und werden ledrig hart, die Früchte fallen meist nach kurzer Zeit ab. Besonders betroffen sind die schnellwachsenden Fleisch- und Flaschentomaten, unter ihnen besonders der Roma-Typ. Achtung: Die Mangelerscheinung muss nicht unbedingt durch eine Unterversorgung des Bodens mit Kalk oder Calcium hervorgerufen werden - sie kann auch physiologische Ursachen wie z. B. eine stark schwankende Wasserversorgung, eine zu hohe Luftfeuchtigkeit und daraus resultierender Verdunstungsstopp sowie Stickstoffüberdüngung (die zum Kalkmangel beiträgt) haben. Achten Sie deshalb auf einen humosen, gleichmäßig mit Wasser und Kalk versorgten Boden - vor allem bei der Kultur in Töpfen!


UMFALL- BZW. AUFLAUFKRANKHEIT


Unter dem Begriff der Auflaufkrankheit werden mehrere Keimlingskrankheiten zusammengefasst. Die Umfall- bzw. Auflaufkrankheit befällt die Jungpflanzen direkt nach der Keimung. Die jungen Pflänzchen zeigen am Stängel oberhalb des Substrathorizontes Einschnürungen mit glasiger bis bräunlicher Verfärbung. An dieser Stelle wird das Gewebe so stark geschwächt, dass der Keimling schließlich umfällt (daher der häufig verwendete Name 'Umfallkrankheit'). Ursache sind meist Mischinfektionen durch Pilze wie Pythium debaryanum, Rhizoctonia solani, Ascochyta, Phoma, Fusarium, Phytophthora. Die Pilze leben im Innern der Zellen im Gewebe der Pflanze. Hohe Luftfeuchtigkeit, saurer Boden, starke Bodenverdichtung und Staunässe begünstigen den Ausbruch der Krankheit, weshalb bei der Anzucht unbedingt auf ausreichende Belüftung und ein relativ trockenes Substrat geachtet werden sollte. Verwenden Sie deshalb keine handelsübliche Blumenerde zur Anzucht, da sich diese häufig stark selbst verdichtet, einen hohen Anteil Torf enthält, der den Boden sauer macht und meist auch nicht frei von Pilzsporen und Krankheitserregern ist. Ideal geeignet für die erfolgreiche Aussaat und Anzucht von Jungpflanzen ist unser vorgemischtes Anzuchtsubstrat 'Goldberg Gartenschatz Bio-Aussaaterde'. Vorbeugend sollte selbstvermehrtes Saatgut mit einem Knoblauch- oder Schachtelhalmtee gebeizt werden - denn häufig überträgt sich die Krankheit durch Pilzsporen auf infiziertem Saatgut.

   
BLATTFLECKENKRANKHEIT

Helle, bräunliche Blätter, die sich einrollen, vertrocknen und dann abfallen können, sowie schwarze, weiche Stellen am Kelchbereich der Früchte können ein Zeichen für den Befall der Tomatenpflanze mit dem Pilz Alternaria solani sein. Ebenso wie bei der Umfallkrankheit sollte das Saatgut vor dem Aussäen mit einem Knoblauch- oder Schachtelhalmauszug oder mit einem Bad in ca. 50° C heißem Wasser (30 Minuten) behandelt werden. Die Krankheit überträgt sich auch durch verunreinigtes Arbeitsmaterial und Pflanzstäbe - beides sollte vor dem Gebrauch bzw. vor dem Einwintern im Herbst immer gut gereinigt bzw. desinfiziert werden. Wir empfehlen außerdem, befallene Pflanzen nicht im Garten zu belassen und im Restmüll zu entsorgen oder zu verbrennen: Die Sporen des Pilzes Alternaria solani können - wie viele Pilzerreger - über Jahre auf abgestorbenen Pflanzenteilen oder in der Erde überdauern.


TABAKMOSAIKVIRUS

Für die Tabakindustrie bzw. die Tabakbauern hat das Tabakmosaikvirus (TMV) durchaus ökonomische Relevanz: Die befallenen Blätter werden fleckig, mit einer mosaikartigen Musterung. Das Wachstum der befallenen Pflanze wird stark eingeschränkt, wodurch der Ertrag erheblich gemindert wird. Das Virus befällt aber nicht nur Tabakpflanzen, sondern eine Vielzahl von Pflanzen aus insgesamt 9 Arten, darunter Tomaten- und Paprikapflanzen. Befallene Früchte an Tomatenpflanzen verfärben sich bronzeartig, an ihrem Stielansatz bilden sich strahlenartige Verfärbungen, die nicht weiter reifen. Im Innern können sich braune, korkige Stellen bilden, die Früchte werden ungenießbar. Das größte Problem des TMV ist seine Widerstandsfähigkeit gegen Hitze, Austrocknung und Spritzmittel. Zudem wurde schon 1882 nachgewiesen, dass sich das Virus ohne die Hilfe von Bakterien überträgt, und zwar rein mechanisch. Das bedeutet, dass das äußerst infektiöse Virus durch blosses Anfassen einer gesunden Pflanze mit verunreinigten Händen oder Handschuhen die Krankheit unmittelbar überträgt. Selbst in über Jahre fermentiertem Tabak behält das Virus seine Ansteckungsfähigkeit. Deshalb kann man gegen das Virus praktisch kaum etwas tun, und befallene Pflanzen sind sofort zu vernichten. Nach dem Ausbruch der Krankheit muss für den Folgeanbau auf jeden Fall ein neuer Standort gewählt werden, da die Pflanzen sonst über den Boden sofort wieder das Virus aufnehmen.


GRÜNKRAGIGKEIT


Wie der Name dieser Mangelerscheinung schon sagt, reift der 'Kragen' der Früchte rund um den Stielansatz nicht aus, sondern bleibt grün. Das Fruchtfleisch bleibt an diesen Stellen hart und ist nicht genießbar. Hervorgerufen wird dieses Phänomen durch eine Stickstoffüberdüngung, die eine dauerhafte Kali-Festlegung zur Folge hat. Begünstigt wird das Auftreten der Grünkragigkeit durch starke Sonneneinstrahlung. Gegenmaßnahme kann z.B. eine erhöhte Kali- und Phosphordüngung sein.


NÄHRSTOFFMANGEL- BZW. ÜBERSCHUSSERSCHEINUNGEN AN TOMATENPFLANZEN


Sehr häufig sind nicht Krankheiten, sondern der Mangel oder Überschuss bestimmter Nährstoffe Ursache für ein Schadbild an den Tomatenpflanzen. Bevor man also eine vermeintliche Pilz- oder Bakterieninfektion verantwortlich macht, sollte man erst die Symptome mit untenstehender Liste abgleichen. Denn Mangel- oder Überschusserscheinungen, die ein Ungleichgewicht der Nährstoffe im Substrat und/oder dem verwendeten Düngemittel anzeigen, kann man meist leichter Beheben als die Folgen eines Krankheitsbefalls. Wir haben nachstehend die wichtigsten Nährstoffe und mit ihnen verbundene Mangel- oder Überschuss-Schadbilder aufgeführt:

Nährstoff

Mangel

Überschuss

Stickstoff Stickstoffmangel zeigt sich in Form hellgrüner bis gelblicher Blätter. Auch rötlich-lilafarbene Verfärbungen können auftreten. Die Symptome zeigen sich zunächst bei den älteren Blättern. Die Blattspitzen verbräunen und die Tomate wächst kümmerlich. Die Überdüngung zeigt sich in übermäßigem Längenwuchs: Die Pflanzen schießen ins Kraut, Blüte und Fruchtbildung leiden darunter. Die Überdüngung mit Stickstoff macht die Zellen weich und schwammig und damit anfällig für Schädlingsbefall sowie Bakterien und Pilzkrankheiten. Starke Stickstoffüberdüngung kann zu Verbrennungen der Wurzeln führen und legt das Kalium im Boden fest. Mulchen mit Stroh kann die Auswirkungen einer Stickstoff-Überdüngung verringern, da das Stroh den Stickstoff an sich zieht.
Phosphor Phosphormangel äußert sich in rötlichen oder bräunlich-violetten Verfärbungen der Blätter, in schlechter Wurzelbildung und geringen Fruchtansatz. Die Stängel und Blätter fühlen sich durch den Mangel oft starr an. Phosphor ist einer der Hauptdünger bei Tomaten und fördert eine reichliche Ernte. In übersäuerten bzw. alkalischen und humusarmen Böden ist der Phosphor meist festgelegt und ist für die Pflanze nicht verfügbar. Eine Überdüngung mit Phosphor verursacht Hemmungen im Stoffwechsel. Die Pflanzen können bestimmte Spurenelemente wie Eisen und Kupfer nicht mehr aufnehmen. Wachstumsstörungen zeigen sich dann als Folge der Überdüngung
Kalium Kalium ist sehr leicht löslich und wird daher schnell vom Regen- und Gießwasser in tiefer gelegene Erdschichten gespült. Kaliummangel erkennt man daran, daß die Blätter an den Rändern braun werden und schließlich schlaff herabhängen (Welketracht) bzw. absterben. Die Pflanzen leiden stärker unter Wassermangel. Bei den Früchten können Risse und Aufplatzungen entstehen. Auch durch eine Überdüngung mit Stickstoff kann Kalimangel für die Pflanzen entstehen. Eine Überdüngung mit Kali führt zu Wuchshemmungen, vor allem wird die Aufnahmefähigkeit für Kalzium und Magnesium eingeschränkt. Auch Kalk kann durch Kaliumüberschuss im Boden festgelegt werden. Insgesamt wird die Bodenstruktur verschlechtert, Wurzelverbrennungen und Blattschäden können auftreten.
Kalzium Kalkmangel verursacht Chlorose (Gelbwerden) an jungen Blättern; die älteren Blätter bleiben grün. Das Wurzelwachstum ist verringert und das Auftreten der Blütenendfäule wird begünstigt. Außerdem benötigen Tomaten zur Ausbildung eines guten Geschmackes reichlich verfügbares Kalzium. Kalzium (Kalk) wird im Boden durch zu hohe Kalium- und Magnesiumanteile festgelegt. Eine Überdüngung mit Kalk macht den Boden stark alkalisch und verdrängt das Kali. Auch viele Spurenelemente wie Bor, Eisen, Mangan, Zink und Kupfer werden durch zu hohe Kalkanteile im Boden festgelegt. Dadurch wird das Wachstum begrenzt und es wird das Auftreten der Grünkragigkeit begünstigt.
Magnesium Grüne Blattadern mit blaßgrünen Zwischenräumen und späterer Bräunung zeigen Magnesiummangel an. Die Tomate zieht das Magnesium aus älteren Blättern ab und baut es in die jüngeren Blätter ein. Kümmerwuchs der Pflanze sowie vorzeitiges Absterben und Abfallen der Blätter sind die Folgen. Ein Überschuss an Kalium kann dazu führen, dass die Pflanze das vorhandene Magnesium nicht verwerten kann. Ein Magnesiumüberschuss kann zu mangelnder Verfügbarkeit anderer Nährstoffe führen.
Mangan Die Triebspitzen der Tomatenpflanze sterben ab und es kommt zu chlorotischen Verfärbungen der Blätter. Die Mängel treten schneller in alkalischen, humusreichen Böden auf. Ebenso kann das Mangan in trockenen, kalkreichen Böden schlecht verwertet werden. Manganüberschuss zeigt sich in Form von Flecken an den Blatträndern - sie trocknen ein und rollen sich nach oben.
Eisen Wo der Boden zu viel Kalk enthält , da liegt das Eisen in einer für die Pflanze nicht verwertbaren Form vor und es kommt zu einen Eisenmangel. Dieser zeigt sich dann durch eine Gelbfärbung der Blätter. Die Blattadern zeichnen sich dann als grünes Netz ab. Saure Böden wie z.B. Hochmoorböden weisen häufig einen natürlichen Eisenmangel auf, dem man nur mit Eisendünger begegnen kann. Bei einen Eisenüberschuss kann die Pflanze das im Boden vorhandene Mangan nicht mehr verwerten.
Kupfer Kupfermangel zeigt sich an Tomatenpflanzen durch das Einrollen der Blattspitzen, bzw. am Vergilben und Absterben der Blätter. Die Blätter bekommen dunkle Flecken. Kupfer wird im Boden durch einen Überschuss an Phosphat festgelegt und liegt dann für die Pflanze nicht mehr in einer verwertbaren Form vor.. Ein Kupferüberschuss verringert die Aufnahmefähigkeit für Eisen



6. INHALTSSTOFFE UND NÄHRWERT

Tomaten sind ausgesprochen gesunde, erfrischende und appetitanregende Früchte mit wenigen Kalorien. Da Tomaten zu etwas 94 % aus Wasser bestehen, sind sie ein ideales Gemüse für die leichte und gesunde Ernährung. Sie sind reich an Vitaminen (neben B1, B2, B6 und E, Folsäure, sowie viel Carotin und Vitamin C),Mineralstoffen und Fruchtsäuren. Natürlich unterscheiden sich die Früchten und ihre Inhaltsstoffe bisweilen stark voneinander - abhängig von Sorte, Anbauform (Freiland oder Gewächshaus), Witterung, Düngung usw. Es können also nur Mittelwerte angegeben werden. Neuere Untersuchungen haben gezeigt, dass sekundäre Pflanzenstoffe wie Carotinoide, Flavonoide, Phenolsäure, Terpene und Vitamine als bioaktive Substanzen in der Tomate enthalten sind und diese prophylaktisch gegen Krebserkrankungen, zum Schutz gegen Arterienverkalkung und zur Stärkung des Immunsystems beitragen

TOMATEN STÄRKEN DAS IMMUNSYSTEM

Der hohe Gehalt an Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen in der Tomaten stärkt das Immunsystem und hilft dabei, die Abwehrkräfte zu mobilisieren. Eine mittelgroße Tomate liefert fast 40 mg Vitamin C - das entspricht ca. 50 % des Tagesbedarfs eines erwachsenen Menschen. Außerdem enthalten die Früchte viel Vitamin A, ein wichtiger Baustein für Haut, Stoffwechsel und Sehvorgang. Kalium wiederum, das ebenfalls in hohem Maße in Tomaten enthalten ist, bildet ein Gegengewicht zu Natrium und spielt wie dieses eine große Rolle im Wasserhaushalt des Körpers. Es reguliert die Wassermengen außerhalb und vor allem innerhalb der Körperzellen und ist an der Steuerung des Säure-Basen-Haushalts beteiligt. Eisen ist zwar nicht in hoher Konzentration in Tomaten eingelagert, aber durch das reichliche Vorhandensein von Vitamin C wird die vorhandene Eisenmenge auf ideale Weise verwertet.

LYKOPIN - NATÜRLICHER SCHUTZ VOR KREBSTUMOREN


Von den sekundären Pflanzenstoffen der Tomate ist besonders das Carotin Lycopin der menschlichen Gesundheit zuträglich. Lycopin (ein Pflanzenfarbstoff der der Tomate ihre rote Farbe verleiht) ist ein besonders kraftvoller Antioxidant. Durch ihn werden zerstörerisch wirkende freie Radikale in den Körperzellen neutralisiert, bevor sie Schäden anrichten können. Forschungsergebnisse zeigen, das Lycopin doppelt so effektiv ist wie Beta-Karotin (der gelbe Farbstoff in Möhren). Bei einer Studie mit 48.000 männlichen Teilnehmern wurde nachgewiesen, dass jene Teilnehmer, die mindestens 10 Tomatenportionen pro Woche zu sich nahmen, das Prostata-Krebsrisiko um ca. 45 % gesenkt wurde. Auch bei anderen Krebsarten wie Dickdarm-, Brust-, Lungen- und Gebärmutterkrebs bescheinigten die Versuche die vorbeugende Wirkung von Tomaten gegen eine Krebserkrankung.

VIELE WEITERE GESUNDHEITSFÖRDERNDE EIGENSCHAFTEN

Nicht nur das Immunsystem, auch der Stoffwechsel, der Blutkreislauf und der Magen profitieren vom Verzehr frischer oder gekochter Tomaten. Durch die starken Antioxidantien der Tomate wird die Blutgefäßverengung verringert, das Cholesterin im Blut gesenkt. Der Verzehr von Tomaten macht das Blut alkalischer und neutralisiert dadurch Stoffwechselrückstände. Dadurch wird das Säure-Basen-Gleichgewicht im Körper positiv beeinflusst und hilft so gegen Niereninsuffizienz, Harnsäureüberschuss, Gicht und chronische Übersäuerung des Magens.

SOLANIN IN UNREIFEN TOMATEN - EINZIGER WEHRMUTSTROPFEN

Reife Tomaten enthalten - soweit der heutige Wissensstand - keine giftigen oder schädigenden Inhaltsstoffe. Doch in grünen bzw. nicht ausgereiften Tomaten ist der Giftstoff Solanin enthalten (ebenso in grünen Kartoffeln). Solanin führt - in hoher Dosis - zu Übelkeit, Atemnot und Bewusstlosigkeit. Man sollte also unbedingt vermeiden, größere Mengen davon zu sich zu nehmen - auch wenn eingelegte oder gebackene grüne Tomate sehr schmackhaft sind.


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© Till Gabriel / Goldberg Gartenschatz 2012-2017

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